Tuttlingen fiebert mit Argentinen
Das Trikot der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft in der klassischen himmelblau-weißen Streifenoptik.
Allein von den Namen her schickt Argentinien eine der weltbesten Mannschaften zum Turnier nach Südafrika. Der Doppel-Weltmeister von 1978 und 1986 verfügt mit Spielern wie Javier Mascherano, Javier Zanetti (Inter Mailand), Juan Sebastian Veron (Estudiantes), Gabriel Heinze (Olympique Marseille), Martin Demichelis (Bayern München) und natürlich Superstar Lionel Messi (FC Barcelona) über etliche Hochkaräter. Mit dieser Besetzung sollte die Mannschaft, die für Tuttlingens Beteiligung an „Wir helfen Afrika“ steht, allemal in der Lage sein (wenigstens) bis ins Viertelfinale vorzudringen. Alles andere wäre für den 8. der FIFA-Weltrangliste und 14-maligen WM-Teilnehmer eine herbe Enttäuschung.
Tabellarische Bilanz der Argentinier gegen Deutschland
Aufatmen in Argentinien - und bei Nationaltrainer und Enfant terrible Diego Maradona: Der zweimalige Weltmeister hat sich nach einer holprigen Qualifikation in der Südamerikagruppe erst im letzten Moment für die Endrunde in Südafrika qualifiziert. Und wie immer zählt die Mannschaft um Weltklassemann Lionel Messi vom FC Barcelona auch diesmal (zumindest) zum erweiterten Favoritenkreis.
Die WM 2006 endete für die Albiceleste, so der Spitzname („Die Himmelblauen") für das argentinische Fußball-Nationalteam, mit einer Niederlage im Elfmeterschießen gegen Deutschland im Viertelfinale. Diesmal soll es weiter gehen: Zumindest die Vorrunde dürfte zum Spaziergang werden. Denn in der Gruppe B warten mit Griechenland, Nigeria und Südkorea - der Papierform nach - absolut lösbare Aufgaben.
Übrigens…
Argentinien wird möglicherweise zur Vorbereitung auf die WM 2010 Gegner der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sein. Die "Gauchos" sollen im März zu einem Länderspiel nach Deutschland kommen.
Es war eine Zitterpartie für das Team von Nationaltrainer Diego Armando Maradona: Als eines der letzten Teams qualifizierte sich Argentinien für die WM in Südafrika. Satte sechs Niederlagen hatte Argentinien vorher im Verlauf der Gruppenphase kassiert, u.a. ein 1:3 im Heimspiel ausgerechnet gegen den Erzrivalen Brasilien!
Erst nach einem Qualifikationsmarathon in der Südamerikagruppe rettete sich die hoch gehandelte Truppe vor dem Absturz auf den Relegationsplatz. Ein knapper 1:0 Sieg in Montevideo gegen den direkten Konkurrenten Uruguay sicherte den vierten Platz und bedeutet doch noch die (glückliche) Direktqualifikation für Südafrika.
Er ist heute neben dem Spielfeld wohl eine der schillerndsten Personen in der internationalen Fußballszene: Diego Armando Maradona. Er prägte als Spieler die Fußballgeneration Ende der 1980er Jahre, wurde mit der argentinischen Nationalmannschaft 1986 Weltmeister und 1990 Vizeweltmeister, spielte u.a. für den ruhmreichen FC Barcelona und gewann drei Titel mit dem SSC Neapel (UEFA-Cup-Sieger 1989, italienischer Meister 1987 und 1990). Nicht von ungefähr galt er neben Pelé als der wohl weltbeste Fußballer aller Zeiten. Aber Maradona lebte und liebte die Extreme und scheiterte als Aktiver letztlich an Drogenexzessen und nie widerlegten Kontakten zur Camorra. Danach der WM-Ausschluss, ein Herzinfarkt, Kokain, Entziehungskuren auf Kuba und eine Drogen-Therapie.
Als Maradona 2008 Nationaltrainer Argentiniens wurde, schwankte die Fachwelt zwischen Überraschung und Schockstarre. Denn der Ex-Star hatte außer zwei missglückten Ausflügen ins Trainerfach bei Deportivo Mandiyu (1994) und Racing Club Avellaneda (1995) keinerlei nennenswerte Erfahrung, die ihn wirklich für den Job qualifiziert hätte. So wurde ihm vom Verband Carlos Bilardo zur Seite gestellt, sein früherer Weltmeistertrainer.
Sein ramponiertes Image, seinen Ruf als Paradiesvogel und Enfant terrible behielt er bis heute. Und er pflegt es: Zuletzt mit Verbalattacken und vulgären Schimpfkanonaden gegen die Sportpresse als er seine Kritiker vor laufenden Kameras aufs Übelste beschimpfte.
Christiano Ronaldo hin, Wayne Rooney her - der beste Fußballer der Welt heißt momentan Lionel Messi. Gerade mal 1,69 Meter groß, vereint der 22-jährige Star des FC Barcelona überragende Technik und körperliche Durchsetzungskraft. Er gilt vielen als der komplette Fußballer. Der Dribbelkönig ist mit dem Ball am Fuß kaum zu stoppen, kann ein Spiel lenken, öffnen und - wenn nötig - mit seiner Torgefahr auch selbst entscheiden.
Messi hat schon alle bedeutenden Titel des Vereinsfußballs gewonnen. Den Marktwert des Barca-Stars schätzen Experten auf rund 250 Millionen Euro. In der Nationalelf allerdings hat der begnadete Fußballzauberer noch etwas zu beweisen. Hier konnte er seine überragenden Fähigkeiten noch nicht abrufen. Immerhin: Trainer Maradona sieht in Lionel Messi seinen legitimen Nachfolger - und damit denjenigen, der die Albiceleste zum dritten Titelgewinn führen könnte.
Samstag, 12. Juni, 13:30 Uhr/16:00 Uhr
Südkorea - Griechenland
Argentinien - Nigeria
Donnerstag, 17. Juni, 13:30 Uhr/16:00 Uhr
Argentinien - Südkorea
Griechenland - Nigeria
Dienstag, 22. Juni, 20:30 Uhr
Griechenland - Argentinien
Nigeria - Südkorea